klassik & klezmer - Helmut Eisel und Marina Baranova - Neuklang - NCD4023 (LC 13834)
impromptu ist die gelungene und einzigartige Verbindung von Klassik und Klezmer. Es ist ein Dialog voller Intensität zwischen Klavier und Klarinette, eine faszinierende Begegnung an der Schnittstelle zwischen interpretierter Klassik und improvisiertem Klezmer.
Mit bezaubernder Leichtigkeit verweben Marina Baranova und
Helmut Eisel die unterschiedlichen musikalischen Herangehensweisen. Baranovas technische Brillanz und gleichzeitige Offenheit fuer Interpretationen steht im Austausch mit Eisels moderner Spieltechnik und empfindungsreichen Klangbildern. Ein grossartiges Hörereignis!
S. Rachmaninow - Paganini Suite 1-3; M. Mussorgsky - Tell Me Why; Goldenberg and Shmuyle In Safed; Sleep, Sleep, My Pleasant Son; Gopak; Baba Yagas Magical Dance; Helmut Eisel - Shameless Magpie; Bulja, Bulja; D. Tarras - Tarras Freilach; A. Ellstein - The New Freilach ; P. Sandler - In Odess
Hörpobe
impromptu is an excellent and unique connection of classical music and Klezmer. It is a dialog full of intensity between the piano and clarinet, a fascinating meeting at the interface between interpreted classical music and Klezmer improvised.
CD-Tipp vom 4.2.2008:
Eine Musik, die den Hoerer sofort direkt anspricht. Oder sollte man sagen: anlacht. Denn wie ein lautes Lachen klingen die ersten Töne dieser CD. Und sie münden in eine Hommage an einen Vogel, dessen Ruf ein bisschen aehnlich klingt: Modest Mussorgskys Scherzlied von der schwatzenden und huepfenden Elster nach einem Gedicht von Puschkin. Man merkt schon an diesem Beispiel: Sinnenfreudig sind die Töne dieses Duos und hinter ihnen steckt Einiges an Tradition. Der deutsche Klarinettist Helmut Eisel und die aus einer jüdisch-ukrainischen Familie stammende Pianistin Marina Baranova haben hier mit Jazz-Improvisation als Gelenk - europäische Klassik und jiddische Klezmer-Musik zusammengebracht. Und dies auf keineswegs kleinem Nenner: Witzig und tiefgründig zugleich sind ihre Stücke, intellektuell genau so ansprechend wie emotional.
Der Titel "Impromptu" trifft die Sache gut. Die Anspielung etwa auf die berühmten Impromptus von Schubert und Chopin ist nicht vermessen: Denn auch die Aufnahmen von Eisel und Baranova haben das Raffinement des Beiläufigen. Hinzu kommt, dass die beiden so organisch miteinander musizieren, dass dabei wirklich ein Eindruck eines Aus-dem-Moment-Schöpfens entsteht. Charme und Intensitaet hat das Ganze. Und das Spektrum der Stücke bringt viele Farbnuancen mit sich. In einer "Paganini-Suite" etwa greifen Eisel und Baranova nacheinander auf die Bearbeitungen zurück, die Brahms 1863 und Rachmaninow 1934 von Paganinis Capriccio fuer Violine solo Opus 1 Nr. 24 gemacht haben. Einige wundervolle musikalische Charakterstudien formen sie mit Themen aus Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung". Und ausser traditionellen Klezmer-Stücken gibt es dann auch noch eine Eigenkomposition von Helmut Eisel. Die trägt den rätselhaften Titel "Bulja, bulja" ? Worte, die Eisels kleiner Sohn einst ausrief, als er zum ersten Mal das Meer sah. Die Töne dazu sind mit mehrtönigen Klang-Effekten der Klarinette auch einmal etwas sperriger. Klassik und Klezmer mit Jazz: ein Meer an Möglichkeiten.
Roland Spiegel, Bayern 4 Klassik